Keletas pastabų dėl „Liẽkė“, „Liekà“ ir kitų bendrašaknių upėvardžių
Esminiai žodžiai:
alteuropäische Hydronymie, keltische Gewässernamen, litauische Gewässernamen, ‘falsche Freunde’Anotacija
Die Flussnamen lit. Liẽkė, Liekà (und ihre Sippe) begegnen bisweilen im Rahmen der Untersuchungen zur ‘alteuropäischen’ Hydronymie. Traditionell wird ihnen eine Etymologie auf Grundlage der Wurzel uridg. *(h1)lei̯k- ‘krümmen, biegen’ zugeschrieben. Diese Wurzel hat es allerdings wohl nie gegeben, sie ist zumindest im appellativischen Wortschatz keiner indogermanischen Sprache nachweisbar. Folglich kann ihr – sollte es die Wurzel uridg. *(h1)lei̯k- überhaupt gegeben haben – eigentlich auch gar keine Bedeutung zugeschrieben werden. Es erscheint somit als sinnvoller, die beiden litauischen Flussnamen von der Wurzel uridg. *u̯lei̯ku̯- ‘flüssig sein, befeuchten’ herzuleiten. Die Anknüpfung an baltisches Wortmaterial ist schwierig, aber möglich.
Gleichzeitig ist für den Namen des Flusses Lech, für dessen Etymologisierung die beiden genannten Wurzeln ebenfalls in Anschlag gebracht worden sind, festzuhalten, dass er sich von der Wurzel uridg. *(h1)lei̯k- nicht herleiten lässt, weil es sie wohl gar nicht gab, dass aber auch die Wurzel uridg. *u̯lei̯ku̯- ausscheidet, weil dem phonologische Gründe entgegen stehen. Vielmehr handelt es sich bei diesem Namen um eine keltische Bildung mit der Bedeutung ‘der mit Stein(platt)en, der Steinige’: uridg. *pl̥(h2)k-(m)néh2- > frühurkelt. *φlikkā- > urkelt. *likkā.
Als Ergebnis ist festzuhalten, dass lit. Liẽkė, Liekà etc. und dt. Lech etymologisch nichts miteinander zu tun haben.
